Arbeit 4.0 – warum Personaler jetzt handeln müssen

Schöne neue Arbeitswelt in der Lebensmittelwirtschaft dank Digitalisierung? Die digitalisierten Industrieprozesse der Arbeit 4.0 erfordern intensivere Qualifizierung und Mitarbeiterbindung – das merkt auch die Nahrungs- und Genussmittelwirtschaft.

Digitale Technologien zur Transparenzsteigerung und Produktionseffizienz wie beispielsweise Cloud Computing oder der Einsatz von Robotern in verschiedensten Bereichen erfordern qualifizierte Arbeitskräfte und fachkundiges Wissen.
 
Die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) und die Personalberatung AFC haben die Studie „HR Trends 2020 in der Food und Consumption Value Chain“ aufgesetzt. Dafür haben sie insgesamt 426 Manager im Bereich Human Resources nach den Herausforderungen im Personalmanagement, die Arbeit 4.0 mit sich bringt, befragt.
 
Der Konsens zeigt eindeutig: es muss etwas getan werden!
 
Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um dem Arbeiten 4.0 besser zu entsprechen?
63 % der Befragten haben Beschäftigte stärker in die Planung und Einteilung ihrer Arbeit einbezogen, 58 % haben neue Maßnahmen zur Personalentwicklung konzipiert und diese an neue Berufsbilder und Qualifikationsprofile angepasst.
Insgesamt 92 % legten den Fokus auf die Unterstützung von Führungskräften, die bei der Arbeit mit ihren Teams unterstützt wurden und auf die Digitalisierung vorbereitet wurden, um ihr Wissen an ihre Teams weiterzugeben und Strategien zu erarbeiten. Die Anforderungen an die Führungskräfte und die Beschäftigten nehmen deutlich zu.
 
Welche Auswirkungen hat Arbeit 4.0?
Jeder einzelne Befragte ist davon überzeugt, dass Arbeit 4.0 die Digitalisierung von Arbeitsabläufen und den Einsatz von Robotern mit sich ziehen wird. Ausnahmslos sind sie ebenfalls der Meinung, dass die Anforderungen an Arbeitgeber weiter steigen werden.
 
Mit je 92 % wurden die Aussagen bestätigt, dass auch die Anforderungen an Beschäftige künftig steigen werden und es spezialisierten Fach- und Führungskräften bedarf. Hier sticht besonders der geringe Frauenanteil in Führungspositionen heraus.
Um einen Führungs- und Fachkräfteengpass vorzubeugen, muss gehandelt werden, denn geht die Babyboomer-Generation in Rente, geht wertvolles Know-how verloren. Da es Frauen sehr wichtig ist, flexibel arbeiten zu können, sollten vermehrt flexible Arbeitszeitmodelle erschaffen werden.
 
Auch das Beschäftigungswachstum verliert an Fahrt. So sagen 70 % der Befragten, dass die Bewerberzahlen abgenommen haben und 8 2% sogar finden, dass die Kandidaten anspruchsvoller geworden sind. Insgesamt 75% finden keinen Nachwuchs für ihre Unternehmen, vorwiegend im technischen Bereich, der IT und dem Vertrieb. Ein Fachkräftemängel sei deutlich spürbar.
 
 „Es besteht erheblicher Handlungsbedarf“
ist das Ergebnis der Studie. So sind beispielsweise viele der befragten HR Manager noch nicht komplett vertraut mit dem Trend New Work, der den Arbeitnehmern mehr Freiheiten ermöglicht und werden daher als Arbeitgeber unattraktiv. Auch dem Wunsch einer gesunden Work-Life-Balance können die Arbeitgeber nur selten nachkommen. Organisationsstrukturen zu verändern könnte hierbei also ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

Geschrieben von

Lea Sustersic

Foodhub NRW

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