Die Transformation der Ernährungswirtschaft verändert die Art und Weise, wie Innovationen entstehen und genutzt werden. Neue Technologien, steigende Nachhaltigkeitsanforderungen und datengetriebene Geschäftsmodelle führen dazu, dass Entwicklungen nicht nur schneller umgesetzt, sondern auch gezielt im Hinblick auf Schutz, Bewertung und Verwertung betrachtet werden müssen. Geistiges Eigentum (IP) wird dabei zu einem wichtigen Bestandteil von Innovationsprozessen und spielt eine zentrale Rolle von der Idee bis zur Umsetzung.
Das „IP Transfer Taschenmesser“ ist ein praxisorientierter Werkzeugkasten, der Wissenschaftseinrichtungen, Gründungsteams und Transferakteuren dabei helfen soll, den Umgang mit geistigem Eigentum transparenter, nachvollziehbarer und effizienter zu gestalten. Entwickelt wurde es im Rahmen des Projekts „IP-Transfer 3.0“, um typische Herausforderungen im Transfer von Wissen und Schutzrechten zu adressieren und gleichzeitig den Weg von der Forschung in die Anwendung zu erleichtern.
Im Zentrum des Taschenmessers stehen fünf miteinander verknüpfte Werkzeuge. Ein wichtiges Element sind Empfehlungen zur Überführung der sogenannten IP-Scorecard in passende Transfermodelle. Sie unterstützen dabei, den Wert und die Bedeutung von geistigem Eigentum systematisch einzuschätzen und daraus geeignete Verwertungs- oder Übertragungsstrategien abzuleiten. Ergänzend dazu wurde mit dem „IP-Wahl-O-Meter“ ein Orientierungstool entwickelt, das Gründungsteams dabei hilft, verschiedene Optionen des IP-Transfers besser zu verstehen und einzuordnen.
Ein weiterer Baustein ist die Anwendung der Harvard-Methode für Verhandlungen im IP-Transfer. Sie soll dazu beitragen, Verhandlungen zwischen Forschungseinrichtungen und Gründungsteams konstruktiver zu gestalten und Konflikte bei der Bewertung und Übertragung von Schutzrechten zu reduzieren. Ergänzt wird dies durch einen Blick auf internationale Best Practices, die zeigen, wie andere Innovationsstandorte den Transfer von geistigem Eigentum organisieren und welche Ansätze sich bewährt haben.
Abgerundet wird das Transfer-Taschenmesser durch Musterverträge für verschiedene Transfermodelle. Diese schaffen Orientierung bei der vertraglichen Ausgestaltung und können dazu beitragen, Verhandlungen zu beschleunigen sowie rechtliche Unsicherheiten zu reduzieren. Gemeinsam bilden die fünf Elemente einen praxisnahen Werkzeugkasten, der den Transfer von geistigem Eigentum strukturierter, transparenter und gründungsfreundlicher gestalten soll.
In Innovationsökosystemen arbeiten Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen eng zusammen, um neue Entwicklungen in die Anwendung zu bringen. Dafür ist ein gemeinsames Verständnis von geistigem Eigentum wichtig. Das IP Transfer Taschenmesser unterstützt diesen Austausch, indem es zentrale IP-Fragen nachvollziehbar strukturiert und damit die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren erleichtert.
Ein strukturierter Umgang mit geistigem Eigentum sorgt dafür, dass Innovationen schneller eingeordnet und besser bewertet werden können. Gleichzeitig werden Unsicherheiten im Umgang mit Schutzrechten reduziert. Dadurch wird es einfacher, Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen zu überführen und IP gezielter als Bestandteil von Innovations- und Entscheidungsprozessen zu nutzen.
PROvendis ist zentraler Dienstleister im Verbund innovation2business.nrw, dem 27 Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen angeschlossen sind. Der Verbund unterstützt den Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Für Forschende an Hochschulen sowie Start-ups bietet PROvendis im Rahmen des Verbunds kostenfreie Beratung zu Themen wie Schutz, Bewertung und Verwertung von Forschungsergebnissen sowie zu möglichen Kooperationen mit Unternehmen und weiteren Partnern.
Die Transformation der Ernährungswirtschaft erfordert nicht nur neue Ideen, sondern auch einen bewussten Umgang mit geistigem Eigentum. Das IP Transfer Taschenmesser bietet dafür eine strukturierte und praxisnahe Unterstützung, um IP systematisch in Innovationsprozesse einzubinden und besser nutzbar zu machen.
Mehr dazu hier. Hier findest du auch einen interessanten Workshop zum Thema.
Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Projekts TransformERN erstellt, denn bei TransformERN sind wir überzeugt davon, dass wir alle viel voneinander lernen können – gerade wenn es darum geht, so komplexe Ziele wir Klimaneutralität zu erreichen. Wir von TransformERN freuen uns, dich gemeinsam mit unseren Partnern Ernährung NRW und Food-Processing Initiative auf dem Weg aktiv dabei zu unterstützen.
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