NRW setzt Impuls für Europa: Bioökonomie-Strategie veröffentlicht

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat eine neue Bioökonomie-Strategie veröffentlicht und positioniert sich damit als Vorreiter für eine nachhaltige, biobasierte Wirtschaft in Europa. Ziel ist es, fossile Rohstoffe schrittweise durch nachwachsende Ressourcen und biologische Verfahren zu ersetzen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts NRW zu stärken.

Was bedeutet Bioökonomie?

Unter Bioökonomie versteht man die Nutzung biologischer Ressourcen und Prozesse für industrielle Anwendungen. Beispiele sind Kunststoffe aus Zuckerrüben statt Erdöl, Baustoffe aus landwirtschaftlichen Reststoffen oder die Herstellung von Wirkstoffen mithilfe von Mikroorganismen.

NRW setzt auf regionale Wertschöpfung

Im Mittelpunkt der Strategie steht der Aufbau regionaler und widerstandsfähiger Wertschöpfungsketten. Neue biobasierte Materialien und Produkte sollen entwickelt und schneller in den Markt gebracht werden. Damit will Nordrhein-Westfalen seine Industrie zukunftsfähig machen und unabhängiger von fossilen Rohstoffen werden.

Europa im Blick

Die Veröffentlichung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Union an neuen Rahmenbedingungen für die Bioökonomie arbeitet, darunter der geplante „Biotech Act II“. NRW möchte sich aktiv in diesen Prozess einbringen und nicht nur Anwender, sondern Impulsgeber für die europäische Bioökonomie-Politik sein. Laut Landesregierung hat die EU-Kommission bereits Interesse an einem Austausch über die neue Strategie signalisiert.

Beteiligung von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft

Die Strategie wurde unter Einbeziehung des Bioökonomie-Rats NRW entwickelt. Dessen Vorsitzende betonen, dass nun die Umsetzung im Vordergrund steht: Innovationen sollen schneller in die Praxis gelangen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren Akteuren intensiviert werden.

Nächste Schritte

Die Strategie dient als Rahmen für konkrete Aktionspläne, die nun erarbeitet werden. Gleichzeitig startet ein Beteiligungsprozess, bei dem Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen ihre Prioritäten und Ideen einbringen können. Ziel ist es, Nordrhein-Westfalen zu einem international führenden Standort der Bioökonomie zu entwickeln.
Mit seiner neuen Bioökonomie-Strategie will Nordrhein-Westfalen nachhaltige Innovationen fördern, die Industrie klimafreundlicher und resilienter machen und zugleich Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung der europäischen Bioökonomie nehmen. Mehr dazu.

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