Die NRW-Aussteller der IGW in einer App

„Nordrhein-Westfalen Stadt. Land. Fluss“ – unter diesem Motto präsentiert das NRW-Netzwerk IGW, ein Zusammenschluss von Initiativen, Vereinen, Erzeugergemeinschaften, Einzelunternehmungen und Behörden aus NRW, regionale Produkte auf der Grünen Woche in Berlin. Auch der Foodhub NRW ist Teil des Netzwerks.
In diesem Netzwerk herrscht Einigkeit darüber, dass aktuell der Wunsch nach Regionalität bzw. regionalen Angeboten größer ist, denn je. Dieser Wunsch ist unter anderem auch Ausdruck des guten Images vieler landwirtschaftlicher Erzeugnisse. 
 
Regionalität während der Pandemie
Ein Beispiel dieser neuen Wünsche von Kunden in Zeiten der Pandemie dokumentiert Dietrich Vriesen, Vorstandsvorsitzender der Initiative mein-ei.nrw. Es geht um analoge Vermarktungswege für Eier, die nun wieder Konjunktur haben: „Ein Mitglied unseres Netzwerkes hat im letzten Jahr eine enorm gestiegene Nachfrage nach Lieferungen bis vor die Haustür verzeichnet. Bei ihm erlebt der bereits vom Aussterben bedrohte Verkaufswagen gerade eine Renaissance – der klassische ‚Eiermann‘ ist auf einmal echt retro und bei vielen Menschen wieder voll angesagt.“ 
 
Ähnliche Prozesse schilderte Andreas Heinz, Vorsitzender des Vereins Ernährung-NRW e. V.: „Kreative Ideen für neue Absatzwege sind gefragt und werden auch erfolgreich umgesetzt. Zum einen, um Verluste zu minimieren und zum anderen, weil neue Ansätze gefragt sind, um den Anforderungen an die Einschränkungen in Pandemiezeiten gerecht zu werden. Viele Mitglieder unseres Vereins haben aber auch festgestellt, dass vor allem frische Lebensmittel aus der Region vermehrt in die Einkaufskörbe der Verbraucher gewandert sind, was uns sehr freut.“
 
Um die Vernetzung, die Verarbeitung und den Verkauf von in der Region hergestellten Produkten gezielt zu unterstützen, wird die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Nordrhein-Westfalen durch verschiedene Maßnahmen gefördert. Neben der finanziellen Unterstützung ist auch die Beratung für bestehende oder potenzielle Initiativen wichtig. Mit dieser Beratung ist es möglich, verschiedene Methoden im Bereich des regionalen Marketings enger zu bündeln und das bisher ungenutzte Potenzial auszuschöpfen. Auch die Internationale Grüne Woche ist eine wichtige Räumlichkeit für Vernetzung und Vermarktung.
 
Die NRW-Aussteller der IGW in einer App
Eigentlich würde die Internationale Grüne Woche (IGW), die internationale Ausstellung der Ernährungs- und Landwirtschaft sowie des Gartenbaus, vom 20. bis 21. Januar in Berlin stattfinden und auch die oben genannten Vereine und Unternehmen wären u.a. dabei. Doch aufgrund der Corona-Pandemie ist es nicht möglich, die Ausstellung als Präsenzveranstaltung abzuhalten. 
Daher hat sich das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW dazu entschieden, die Präsentation der Aussteller aus NRW in eine Smartphone-App zu verlegen, in der sich insgesamt 90 Unternehmen und teilnehmende Institutionen darstellen. So präsentiert sich die NRW-Ausstellendengemeinschaft erstmalig digital. 
 
In der App haben die Aussteller übersichtliche Profile mit den wichtigsten Informationen zu ihren Unternehmen erstellt und können dort direkt kontaktiert werden. Außerdem wurden neue Videos einzelner Initiativen zur Bildergalerie der App hinzugefügt, in denen wichtige Informationen u.a. zur Arbeit in Pandemiezeiten gegeben werden. Die App ist dazu da, sich ganzjährig über die Aktivitäten des Netzwerkes zur Regionalvermarktung zu informieren. Wenn die Grüne Woche in Zukunft wieder als Präsenzveranstaltung abgehalten werden kann, dient sie als Wegweiser durch die Messe und ebenfalls zur direkten Kontaktaufnahme. 
In den Appstores von Apple und Android-Smartphones kann die App zur NRW-Halle auf der IGW unter „NRW Halle Grüne Woche“ gefunden werden. 
 
„Laut einer Umfrage des NRW-Umweltministeriums wünschen sich 75 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen mehr regionale Angebote“, erläuterte Dr. Thomas Delschen, Präsident des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. „Mit unserem neuen digitalen Angebot gehen wir auf diesen Wunsch konkret ein, vor allem in den Zeiten, in denen persönliche Treffen nicht möglich sind. Regional erzeugte Produkte zeichnen sich durch kurze Wege zum Verbraucher und einem hohen Vertrauen in ihre Erzeugung aus. Hierbei steht der Mensch im Mittelpunkt. Mit unserer App zeigen die Unternehmen, dass sie auch in diesen Zeiten jederzeit erreichbar sind.“ 

Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich seit vielen Jahren an der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Im Auftrag des NRW-Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministeriums hat das LANUV das Netzwerk zur Regionalvermarktung gegründet und den NRW-Messeauftritt als App realisiert. Das Konzept wurde unter dem Motto „Nordrhein-Westfalen Stadt.Land.Fluss.“ entwickelt und umgesetzt. 
 
BioFach dieses Jahr ebenfalls digital
Auch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) hat nach innovativen Lösungen gesucht, um die BioFach, Weltleitmesse für ökologische Konsumgüter, trotz der Corona-Pandemie stattfinden zu lassen. Dieses Jahr findet die BioFach nun digital, als “eSpecial", statt. Und zwar auf einer technischen Plattform, die stark auf Match-Making und Kontaktanbahnung setzt. Jedes Jahr bietet das MULNV auf der Messe einen Firmengemeinschaftsstand an, an dem sich kleine und mittelständische nordrhein-westfälische Unternehmen der Bio-Branche beteiligen können. So auch dieses Jahr auf der digitalen Veranstaltung. Der gemeinsame Stand soll die Reichweite und Sichtbarkeit der teilnehmenden Unternehmen erweitern und Start-ups sowie KMUs die besten Möglichkeiten bieten, ihre neuen Produkte, Dienstleistungen und Technologien voranzutreiben.

Du bist an einer Teilnahme am Gemeinschaftsstand interessiert? Dann melde dich bei lee(at)foodhub-nrw.de

Bildnachweis: LANUV NRW

Geschrieben von

Lea Sustersic

Foodhub NRW

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