DLG-Insights 2026 Alternative Proteinquellen

Die DLG-Studie „Alternative Proteinquellen“ beschäftigt sich mit der Entwicklung alternativer Proteinquellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft über den Markt bis zum Konsum. Alternative Proteinquellen gewinnen laut DLG in der Lebensmittelwirtschaft zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Bereich der Fleisch- und Milchersatzprodukte. Als Treiber dieser Entwicklung nennt die Studie veränderte Ernährungsgewohnheiten, gesundheitliche Motive und ökologische Aspekte. Im Mittelpunkt stehen dabei pflanzliche Proteinquellen wie Soja, Erbsen und andere Leguminosen. Daneben werden vereinzelt auch Proteine aus Pilzen oder Insekten genutzt.

Die Studie wurde von der DLG gemeinsam mit Prof. Dr. Holger Buxel von der FH Münster Ende 2025 durchgeführt. Grundlage sind Befragungen landwirtschaftlicher Betriebe sowie von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Untersucht wurden unter anderem der Anbau und die Vermarktung alternativer Proteinquellen sowie deren Bekanntheit, Image und Konsum. Die DLG betrachtet dabei vier Perspektiven: den Anbau und die Vermarktung von Eiweißpflanzen, die Verbrauchersicht auf Proteinquellen, Fleischersatz sowie Milchersatz.

Der Markt für alternative Proteinquellen wächst laut Studie sichtbar, befindet sich jedoch weiterhin in einer Übergangsphase ohne klaren Durchbruch. In der Landwirtschaft sieht die DLG insbesondere bei Erbsen, Ackerbohnen und Soja Potenziale. Gleichzeitig wird der Ausbau durch niedrige Preise, unsichere Erlöse und fehlende Vermarktungswege gebremst.

Auch ökologische Aspekte spielen in der Studie eine Rolle. Die DLG nennt ökologische Aspekte ausdrücklich als einen Treiber für die zunehmende Bedeutung alternativer Proteinquellen. Verbraucherinnen und Verbraucher bewerten Fleisch- und Milchersatzprodukte zunehmend positiv und verbinden sie vor allem mit Umwelt- und Tierwohlvorteilen. Die Studie stellt damit einen Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung alternativer Proteinprodukte und ihren von den Verbrauchern wahrgenommenen Umwelt- und Tierwohlvorteilen her.

Für die tatsächliche Kaufentscheidung sind jedoch weiterhin klassische Kriterien entscheidend. Dazu zählen insbesondere Geschmack, Preis und Qualität. Die konkrete Proteinquelle spielt laut Studie nur für rund ein Viertel der Käuferinnen und Käufer bewusst eine Rolle. Fleisch- und Milchersatzprodukte werden zwar regelmäßiger konsumiert, gelten gegenüber tierischen Produkten aber weiterhin häufig als geschmacklich oder qualitativ unterlegen.

Als zentrale Herausforderung nennt die DLG die bessere Verbindung der gesamten Wertschöpfungskette. Anbau, Verarbeitung, Produktqualität, Vermarktung und Verbraucherakzeptanz müssen zusammenspielen, damit alternative Proteinquellen ihr Marktpotenzial stärker entfalten können. Hier kannst du die Studie herunterladen.


Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Projekts TransformERN erstellt, denn bei TransformERN sind wir überzeugt davon, dass wir alle viel voneinander lernen können – gerade wenn es darum geht, so komplexe Ziele wir Klimaneutralität zu erreichen. Wir von TransformERN freuen uns, dich gemeinsam mit unseren Partnern Ernährung NRW und Food-Processing Initiative auf dem Weg aktiv dabei zu unterstützen. 

TransformERN ist mit Mitteln der Europäischen Union und des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

© Bild: Canva, DLG e.V.

Geschrieben von

Constanze Hepp

Kommentare

Logge dich ein, um den Artikel zu kommentieren
Foodhub NRW

Wir vernetzen Akteure der Agrar- und Lebensmittelbranche vom Feld zum Regal, um gemeinsam zukunftsgerichtete Lösungen für die Branchen zu entwickeln.

© 2026 Foodhub NRW e.V.