Am Mittwoch, den 06.05., wurde der RWTH Aachen Campus zum Treffpunkt für Zukunftsfragen der Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft.
Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus – und welche Rolle spielen Automatisierung, Robotik und digitale Technologien dabei? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Forum Future Farming des Centers Smart Industrial Agriculture (CSIA) am RWTH Aachen Campus. Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Industrie, Forschung und Start-ups kamen zusammen, um über innovative Ansätze für die Agrarwertschöpfung von morgen zu diskutieren. Auch wir vom Foodhub NRW waren vor Ort vertreten, um neue Impulse aus Forschung und Praxis mitzunehmen und uns mit relevanten Akteur:innen der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu vernetzen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praxisnahe Einblicke und konkrete Anwendungsbeispiele aus Industrie und Forschung. Die Keynote von Dr. Timo Koch von Pfeifer & Langen zeigte eindrucksvoll, wie sich industrielle Innovationskraft und landwirtschaftliche Wertschöpfung stärker miteinander verzahnen lassen durch beispielsweise manuelle Unkrautbekämpfung. Manuel Kreutz von Siemens präsentierte in seiner Success Story, wie digitale Technologien und Automatisierungslösungen bereits heute produktiv eingesetzt werden können am Beispiel des Apple Pickers.
Besonders spannend war der Austausch mit jungen Unternehmen und Start-ups, die in kurzen Pitch-Formaten ihre Ideen für eine nachhaltigere und effizientere Landwirtschaft vorstellten. Mit dabei waren unter anderem IngwerShoc, nerite, pionatic und plantforge, die innovative Ansätze aus den Bereichen Food Innovation, Agrartechnologie und digitale Lösungen präsentierten. Dabei wurde deutlich: Die Zukunft der Agrar- und Ernährungswirtschaft entsteht zunehmend an der Schnittstelle von Technologie, Daten und nachhaltigen Produktionssystemen.
Auch die Workshops boten Raum für intensive Diskussionen. Themen wie Agrar-Regulatorik und technische Enabler zeigten, dass Innovation nicht allein von technischen Lösungen abhängt, sondern ebenso von politischen Rahmenbedingungen, Datennutzung und interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Ein zentrales Learning der Veranstaltung war, dass die Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft nur gelingen kann, wenn Technologieentwicklung und praktische Anwendbarkeit stärker zusammengedacht werden. Viele Beiträge machten deutlich, dass Automatisierung und KI nicht als Selbstzweck verstanden werden dürfen, sondern konkrete Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Ressourceneffizienz und resiliente Lieferketten adressieren müssen.
Gleichzeitig wurde sichtbar, wie wichtig offene Innovationsnetzwerke für die Branche werden. Der Austausch zwischen etablierten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und jungen Start-ups zeigte, dass Kooperationen zunehmend an Bedeutung gewinnen, um neue Technologien schneller in die Praxis zu bringen. Besonders die Verbindung von Maschinenbaukompetenz, Softwarelösungen und nachhaltigen Produktionsansätzen wurde mehrfach als entscheidender Standortvorteil für Nordrhein-Westfalen hervorgehoben.
Die Diskussionen rund um regulatorische Anforderungen machten zudem deutlich, dass die Landwirtschaft der Zukunft nicht nur technologisch, sondern ebenso gesellschaftlich gedacht werden muss. Transparenz, Nachhaltigkeit und Akzeptanz entlang der gesamten Wertschöpfungskette spielten dabei eine zentrale Rolle.
Ein besonderes Highlight war die Labtour durch die Forschungsinfrastruktur des RWTH Aachen Campus. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Robotik und Automatisierung – vom Orbiloop über den Apple Picker bis hin zu humanoiden Robotern im Smart Automation Lab. Auch die Anwendungen in der Maschinenhalle des WZL machten greifbar, wie weit viele Technologien bereits entwickelt sind und welches Potenzial sie für die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion bieten.
Das Forum Future Farming hat gezeigt, wie wichtig der Dialog zwischen Forschung, Industrie, Landwirtschaft und Food-Tech-Ökosystemen ist. Gerade für Nordrhein-Westfalen bietet die Verbindung von Agrarwirtschaft, Maschinenbau, KI und nachhaltiger Lebensmittelproduktion enormes Innovationspotenzial.
Wir vernetzen Akteure der Agrar- und Lebensmittelbranche vom Feld zum Regal, um gemeinsam zukunftsgerichtete Lösungen für die Branchen zu entwickeln.
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