Regenerative Landwirtschaft: Kreislaufwirtschaft und neue Materialien

Regenerative Landwirtschaft endet nicht an der Feldgrenze. Auch wenn der Fokus häufig auf Boden, Pflanzen und Anbaumethoden liegt, entscheidet sich die langfristige Wirkung landwirtschaftlicher Systeme ebenso stark in der Industrie, der Verarbeitung und im Umgang mit Reststoffen.

Denn jedes landwirtschaftliche System ist Teil eines größeren Stoffkreislaufs. Nährstoffe, Materialien und organische Substanzen werden entnommen, verarbeitet, genutzt und in vielen Fällen nicht wieder vollständig zurückgeführt. Genau hier entsteht ein enormes Potenzial für Regeneration – jenseits der klassischen landwirtschaftlichen Produktion.

Zwei Start-ups aus dem Foodhub NRW Ökosystem adressieren diesen Bereich besonders konsequent: BIOWEG und Omnivore Recycling.

BIOWEG entwickelt biobasierte Materialien als Alternative zu fossilen Rohstoffen. Im Mittelpunkt steht dabei die Nutzung von Biotechnologie und Green Chemistry, um neue funktionale Materialien zu schaffen, die herkömmliche, erdölbasierte Inhaltsstoffe ersetzen können. Ziel ist es, leistungsfähige Lösungen bereitzustellen, die gleichzeitig biologisch abbaubar sind und so in natürliche Kreisläufe zurückgeführt werden können.

Damit wird ein zentraler Hebel der regenerativen Landwirtschaft erweitert: Nicht nur die Produktion auf dem Feld wird nachhaltiger, sondern auch die Materialien, die in angrenzenden Industrien eingesetzt werden. So entsteht ein Ansatz, der Landwirtschaft und Industrie stärker miteinander verbindet und Stoffströme langfristig neu denkt.

Einen Schritt weiter in Richtung konkreter Kreislaufschließung geht Omnivore Recycling. Das Unternehmen entwickelt Technologien zur Rückgewinnung und Verwertung organischer Reststoffe aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Ziel ist es, diese Stoffe nicht als Abfall zu betrachten, sondern als wertvolle Ressource, die erneut in den Kreislauf eingebracht werden kann.

Gerade organische Reststoffe enthalten große Mengen an Nährstoffen und Energie, die bislang häufig ungenutzt bleiben oder nur unzureichend verwertet werden. Durch innovative Recyclingprozesse können diese Potenziale zurückgewonnen und wieder in landwirtschaftliche oder industrielle Nutzungsketten integriert werden.

Die Kombination aus beiden Ansätzen zeigt, dass regenerative Landwirtschaft weit über die Produktion hinausgeht. Während BIOWEG neue Materialien schafft, die sich besser in natürliche Kreisläufe einfügen, sorgt Omnivore Recycling dafür, dass bestehende Ressourcen nicht verloren gehen, sondern wieder nutzbar werden.

Gemeinsam entsteht so ein Bild einer Landwirtschaft, die nicht nur effizient produziert, sondern aktiv an der Gestaltung geschlossener Stoffkreisläufe beteiligt ist. Landwirtschaft wird damit Teil einer umfassenden Bioökonomie, in der Abfall nicht als Endpunkt, sondern als Ausgangspunkt neuer Prozesse verstanden wird.


Wenn dich diese Entwicklungen interessieren, besuche die Ideenfutter Expo in Neuss am 01.10.26. Im Rahmen des Branchentalks „Landwirtschaft ohne Chemie? – Ersatz für Dünger, Pestizide und Co.“ diskutieren Expert:innen über neue Wege der Landwirtschaft. Außerdem stellen dort unter anderem Drought Analytics, DynamoBot

und Omnivore Recycling ihre Lösungen vor und zeigen, wie Kreislaufwirtschaft und regenerative Ansätze bereits heute in der Praxis zusammenwirken.


Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Projekts TransformERN erstellt, denn bei TransformERN sind wir überzeugt davon, dass wir alle viel voneinander lernen können – gerade wenn es darum geht, so komplexe Ziele wir Klimaneutralität zu erreichen. Wir von TransformERN freuen uns, dich gemeinsam mit unseren Partnern Ernährung NRW und Food-Processing Initiative auf dem Weg aktiv dabei zu unterstützen. 

TransformERN ist mit Mitteln der Europäischen Union und des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

© Bild: Canva

Geschrieben von

Constanze Hepp

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