Mit ihrer neuen Bioökonomie-Strategie beschreibt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen, wie biologische Ressourcen künftig stärker für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung genutzt werden können. Für die Land- und Ernährungswirtschaft nimmt die Strategie dabei eine zentrale Rolle ein: Sie bildet die Grundlage für die Bereitstellung biobasierter Rohstoffe und ist zugleich wichtiger Teil der wirtschaftlichen Wertschöpfung im Land.
Nordrhein-Westfalen verfügt über eine breite biologische Rohstoffbasis. Rund die Hälfte der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Rohstoffen mit Bedeutung für die Bioökonomie zählen insbesondere Getreide und Zuckerrüben. Die Strategie hebt hervor, dass die Verfügbarkeit biologischer Ressourcen langfristig gesichert werden muss. Gleichzeitig sollen die vorhandenen Rohstoffe möglichst effizient genutzt und neue Potenziale erschlossen werden.
Ein wesentlicher Grundsatz der Strategie ist die Priorisierung der Ernährungssicherung. Die Nutzung landwirtschaftlicher Biomasse für Lebensmittel und Futtermittel hat Vorrang vor anderen Verwendungszwecken. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach Biomasse in den kommenden Jahren steigen wird. Deshalb sollen Nutzungskonflikte frühzeitig berücksichtigt und Lösungen entwickelt werden, die sowohl ökologischen als auch wirtschaftlichen Anforderungen gerecht werden.
Die Landesregierung verfolgt das Ziel, umweltfreundlich erzeugte Biomasse aus der Land- und Forstwirtschaft stärker für die Bioökonomie nutzbar zu machen. Dabei stehen nicht nur klassische Hauptprodukte im Fokus, sondern auch Nebenströme, Reststoffe und biobasierte Abfälle. Durch die stärkere Nutzung solcher Stoffströme sollen regionale Kreisläufe ausgebaut und vorhandene Ressourcen besser genutzt werden. Gleichzeitig soll die Rohstoffbasis für biobasierte Wertschöpfung verbreitert werden.
Die Strategie verbindet die Entwicklung der Bioökonomie mit dem Schutz natürlicher Ressourcen. Innovative und umweltfreundliche Anbausysteme sollen dazu beitragen, die Verfügbarkeit biologischer Rohstoffe langfristig zu sichern. Zugleich werden Ziele wie die Förderung der Biodiversität, der Erhalt fruchtbarer Böden, der Wasserrückhalt in der Landschaft sowie der Schutz von Oberflächen- und Grundwasser als wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Bioökonomie genannt.
Neben der Landwirtschaft wird auch die Ernährungswirtschaft als bedeutender Bestandteil der Bioökonomie beschrieben. Nordrhein-Westfalen verfügt über eine leistungsfähige Lebens- und Futtermittelindustrie, die von mittelständischen Unternehmen ebenso geprägt wird wie von großen Marktakteuren. Darüber hinaus verweist die Strategie auf die Bedeutung biotechnologischer Verfahren in der Ernährungswirtschaft. Insbesondere Fermentationsprozesse werden als bereits etablierte Anwendungen genannt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Strategie liegt auf Forschung und Innovation. Wissenschaft, Unternehmen und Praxis sollen enger zusammenarbeiten, um neue Verfahren und Technologien schneller zur Anwendung zu bringen. Besondere Bedeutung misst die Strategie dabei der Biotechnologie, der Digitalisierung, der Automatisierung sowie dem Einsatz Künstlicher Intelligenz bei. Zudem sollen Pilot- und Demonstrationsvorhaben unterstützt und der Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft gestärkt werden.
Die Bioökonomie-Strategie NRW sieht die Land- und Ernährungswirtschaft als zentrale Akteure einer nachhaltigen wirtschaftlichen Transformation. Landwirtschaftliche Rohstoffe, biobasierte Reststoffe und innovative Verfahren sollen künftig stärker in Wertschöpfungsketten eingebunden werden. Gleichzeitig betont die Strategie die Bedeutung von Ernährungssicherung, Ressourcenschutz und regionalen Stoffkreisläufen als Grundlage für die weitere Entwicklung der Bioökonomie in Nordrhein-Westfalen.
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