Pilzling: von der urbanen Pilzfarm zum Myzelium-Tech-Unternehmen

Das Kölner Start-up Pilzling startete ursprünglich als urbane Pilzfarm. Das erste Projekt diente als Reallabor, um die praktische Anwendbarkeit von Myzeltechnologien zu testen. Die positiven Ergebnisse und das Feedback aus der Community führten zu "Pilzling reloaded", einer Erweiterung des Ansatzes, um breitere Technologien und Produkte zu entwickeln. Die Nachfrage nach nachhaltigen Alternativen und die vielfältigen Möglichkeiten der Myzeltechnologie gaben den entscheidenden Anstoß. Gründer Trevor Weiss erzählte uns mehr über die Eigenschaften von Myzel, die Anwendungen und die zukünftige Nachfrage. Das Start-up wurde 2020 von Trevor Weiss und Christian Vetter gegründet. 

Für Pilzling ist es wichtig, sich nicht nur als Pilzfarm, sondern als Myzelium-Tech-Unternehmen zu sehen. „Ein Myzelium-Tech-Unternehmen wie Pilzling konzentriert sich nicht nur auf den Anbau von Pilzen, sondern nutzt die Myzeltechnologie, um innovative Lösungen für verschiedene Industrien zu entwickeln“, erklärt Trevor. „Es geht darum, die biologischen Prozesse und das Wachstum von Myzel zu verstehen und zu optimieren, um nachhaltige Produkte zu schaffen, die über die Lebensmittelproduktion hinausgehen.“

Myzel ist aufgrund seiner nachhaltigen und biologisch abbaubaren Eigenschaften besonders wertvoll. „Es kann als natürliches Bindemittel in der Materialherstellung dienen, welches Kunststoffe ersetzen und zur Reduzierung von Umweltbelastungen beitragen kann“, so Weiss. Die Hauptanwendungen von Myzel reichen von der Herstellung nachhaltiger Verpackungsmaterialien und Möbel bis hin zu Textilien und sogar Baumaterialien. Darüber hinaus wird Myzel in der Landwirtschaft als natürliches Düngemittel und Bodenverbesserer eingesetzt.

Ein besonderer Vorteil von Myzel ist seine Variabilität und die Möglichkeit, seine Eigenschaften gezielt zu steuern. „Myzel kann in seinen Eigenschaften durch die Auswahl von Pilzstämmen, Substraten und den Einsatz von Wachstumstechnologien variieren“, erläutert Trevor. „Dies erlaubt eine gezielte Anpassung des Myzels für spezifische Anwendungen, was seine Vielseitigkeit unterstreicht.“

Die zukünftige Nachfrage nach Myzel-basierten Produkten wird voraussichtlich steigen, da immer mehr Industrien die Vorteile erkennen. „Kosteneffizienz, Ressourcenschonung und Reduzierung der Umweltbelastung sind nur einige der Gründe“, erklärt Trevor. „Besonders das Potenzial von Myzel, in einer Kreislaufwirtschaft nachhaltige Lösungen zu bieten, leistet Überzeugungsarbeit.“

Pilzling zeigt, wie aus einer innovativen Idee und der Nutzung biologischer Prozesse nachhaltige Lösungen für verschiedene Industrien entstehen können. Das Unternehmen setzt neue Maßstäbe in der Nutzung von Myzel und treibt so die Revolution im Bereich der nachhaltigen Produktion voran.

Wenn ihr euch gerne persönlich mit Pilzling vernetzen möchtet, dann könnt ihr das gerne am 11.9.2024  auf der Ideenfutter Expo in Neuss machen. Dort präsentiert Pilzling ihr Unternehmen als Aussteller live und in Farbe. 

Geschrieben von

Margareta Heinzel

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