Warum ich nicht mehr die Schoko-Riegel meiner Kindheit will

Kommentar



Mars, Raider und Snickers, das waren die Lieblings-Schoko-Riegel meiner Kindheit. Und heute? Die 3 Riegel aus dem Hause Mars gibt es immer noch, nur dass Raider schon seit Langem Twix heißt. Die Tagline von damals habe ich noch im Ohr: „Aus Raider wird jetzt Twix, sonst ändert sich nix“

Und genau das ist das Problem, es hat sich beim Hersteller Mars im Prinzip nichts geändert. Die Riegel meiner Kindheit in den 1970 und 1980ern sind noch dieselben, mal abgesehen von neuen Packungsgrößen, Größenvariationen, einer Eisvariante oder Saison-Variationen wie Zartbitter oder mit Spekulatius-Geschmack. Und was ist mit Balisto? Gibt es immerhin auch schon seit 1991.

Unter nostalgischen Aspekten mag das ja alles gut sein und diese Produkte sollen auch nicht verschwinden. Nun ist das nicht allein das Problem von Mars. Andere Hersteller wie Ferrero haben zwar etwas mehr Neues gemacht, variieren aber im Prinzip mit den immer wieder gleichen Zutaten wie Schokolade, Haselnüssen oder Milchcreme. 

Mehr Abwechslung und Innovation im Süßwarenmarkt und Snack-Bereich wäre aber dringend geboten. 

Andererseits wundert es dann auch nicht, dass die Branche den Knoppers Nussriegel von Storck als Riesen-Neuerung feiert, obwohl der Innovationsgrad von außen betrachtet vergleichsweise gering ist. 

Vielmehr wünsche ich mir für 2021, dass die Food Trends der letzten Jahre wie Bio, Superfood, vegan, zuckerfrei, glutenfrei, etc. auch stärker in den Riegel-Markt einfließen. Oder warum gibt es keinen Super-Luxus-Genuss-Riegel mit Edelschokolade aus Südamerika im Massenmarkt, der dann eben auch über 2 Euro kosten dürfte.

Wenn es die etablierten Player nicht hinkriegen, können die Impulse nur aus der Start-up-Welt kommen. Das gelingt aber nur, wenn der Handel und Verbraucher diesen Mut honorieren und dem Neuen eine größere Chance geben.

 

 

 

Bild von StockSnap auf Pixabay

 



Geschrieben von

Florian Dieterle

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