Regenerative Landwirtschaft: Weniger Chemie durch intelligente Technik

Ein zentrales Ziel der regenerativen Landwirtschaft ist die Reduktion chemischer Eingriffe. Dabei geht es nicht nur um den Ersatz einzelner Wirkstoffe, sondern um die grundlegende Frage, wie Pflanzen geschützt und Felder bewirtschaftet werden können, ohne das System dauerhaft zu belasten.

Ein wichtiger Hebel liegt dabei in der Mechanisierung und Digitalisierung von Arbeitsprozessen. Denn viele Anwendungen im Pflanzenschutz oder in der Unkrautregulierung sind historisch breitflächig angelegt – unabhängig davon, ob tatsächlich überall Bedarf besteht.

Moderne Technik ermöglicht hier einen grundlegenden Perspektivwechsel: weg von der Fläche, hin zur Pflanze.

Genau an dieser Schnittstelle arbeiten Feldklasse und DynamoBot.

Das Start-up Feldklasse entwickelt hochpräzise Hackmaschinen für den Gemüsebau. Im Mittelpunkt steht dabei die mechanische Unkrautregulierung als Alternative zu chemischen Herbiziden. Durch moderne Technik werden diese Geräte so gesteuert, dass sie sehr nah an den Kulturpflanzen arbeiten können, ohne sie zu beschädigen. Dadurch wird es möglich, Unkraut mechanisch und mit hoher Genauigkeit zu entfernen.

Der entscheidende Vorteil liegt in der Kombination aus Präzision und Effizienz. Während frühere mechanische Verfahren oft arbeitsintensiv und ungenau waren, ermöglichen moderne Systeme eine gleichmäßige, zuverlässige Bearbeitung. So kann der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel in vielen Bereichen deutlich reduziert werden, ohne die Produktivität zu gefährden.

Während Feldklasse auf spezialisierte Maschinen setzt, verfolgt DynamoBot einen anderen Ansatz. Das Unternehmen stattet bestehende Landtechnik – wie Traktoren oder Spritzgeräte – mit KI-gestützter Wahrnehmung aus. Durch Sensoren und intelligente Auswertungssysteme können Felder in Echtzeit analysiert und Arbeitsprozesse entsprechend angepasst werden.

Das bedeutet konkret: Maschinen „sehen“, was auf dem Feld passiert, und reagieren darauf. Anwendungen können dadurch gezielter erfolgen, Überdosierungen werden vermieden und gleichzeitig entstehen wertvolle Daten über den Zustand der Fläche.

Besonders interessant ist dabei die Verbindung von Automatisierung und Datengenerierung. Während klassische Maschinen lediglich arbeiten, werden sie durch KI-Systeme zu Datenquellen, die kontinuierlich Informationen über Boden, Pflanzenbestand und Arbeitsprozesse liefern.

Zusammen zeigen Feldklasse und DynamoBot zwei unterschiedliche, aber komplementäre Wege in Richtung einer regenerativen Landwirtschaft: die eine Lösung ersetzt chemische Eingriffe durch mechanische Präzision, die andere optimiert bestehende Prozesse durch intelligente Technologie.

Beide Ansätze verfolgen dasselbe Ziel: weniger Chemie, mehr gezielte Wirkung und ein besseres Verständnis der Felder als dynamisches System.


Wenn dich diese Entwicklungen interessieren, besuche die Ideenfutter Expo in Neuss am 01.10.26. Im Rahmen des Branchentalks „Landwirtschaft ohne Chemie? – Ersatz für Dünger, Pestizide und Co.“ diskutieren Expert:innen über neue Wege der Landwirtschaft. Außerdem stellen dort unter anderem Drought Analytics, DynamoBot, NUNOS und Omnivore Recycling ihre Lösungen vor und zeigen, wie innovative Technologien bereits heute in der Praxis eingesetzt werden.


Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Projekts TransformERN erstellt, denn bei TransformERN sind wir überzeugt davon, dass wir alle viel voneinander lernen können – gerade wenn es darum geht, so komplexe Ziele wir Klimaneutralität zu erreichen. Wir von TransformERN freuen uns, dich gemeinsam mit unseren Partnern Ernährung NRW und Food-Processing Initiative auf dem Weg aktiv dabei zu unterstützen. 

TransformERN ist mit Mitteln der Europäischen Union und des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

© Bild: Canva

Geschrieben von

Constanze Hepp

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