BMEL-Ernährungsreport 2022: Weniger Foodwaste & mehr für die Umwelt

Klima- und Umweltaspekte spielen für die meisten Verbraucher:innen eine zentrale Rolle beim Lebensmitteleinkauf. 36% geben an, dass ihnen die Themen Klima und Umwelt sehr wichtig sind, wenn es um die Ernährung geht. Zu diesem und weiteren Ergebnissen kommt der BMEL-Ernährungsreport 2022, der jährlich die Ernährungsgewohnheiten der Verbaucher:innen, sowie Trends beim Einkaufen und Kochen, abbildet. 

Fleischkonsum wird für die Umwelt reduziert

Der Fleischkonsum nimmt insgesamt ab – nur ein Viertel der Befragten konsumiert täglich Fleisch – und auch der Konsum von vegetarischen oder veganen Alternativen nimm im Vergleich zu 2021 zu. Besonders die junge Generation, die 14 bis 29-jährigen, setzt auf eine vegane oder vegetarische Ernährung. 64 Prozent der 14 bis 29-jährigen haben schon mindestens einmal vegetarische oder vegane Produkte gekauft, bei den über 60-jährigen sind es nur 29 Prozent. Auch beim täglichen Verzehr von Fleischalternativen zeigt sich, dass die jüngere Generation mehr zu pflanzlichen Alternativen tendiert als die ältere Generation: 14% der 14 bis 29-jährigen entscheiden sich täglich für Fleischalternativen, bei den über 60-jährigen sind es hingegen nur vier Prozent. Die Favourites in den pflanzlichen Kategorien sind bei allen Soja- oder Haferdrinks. 

Doch warum werden vegetarische und vegane Produkte immer wichtiger? Laut des Reports konsumieren 71 Prozent der Befragten die Fleischalternativen aus Tierschutzgründen. Allerdings scheint der Tierschutz schon immer wichtig für die Verbraucher:innen gewesen zu sein. Seit dem ersten Report des BMEL ist die artgerechte Tierhaltung die wichtigste Erwartung an die Landwirtschaft. Viele der diesjährigen Befragten sind sogar bereit, deutlich mehr für Fleisch zu zahlen, wenn es den Tieren dadurch besser geht. Ganze 45 Prozent würden bis zu 15€ für ein Kilo Fleisch zahlen, 23 Prozent sogar 20€   solange für eine artgerechte Haltung gesorgt ist. Aber nicht nur der Tier-, sondern auch der Klima- und Umweltschutz gehören zur Entscheidung dazu, den Fleischkonsum zu reduzieren. 67 Prozent der Befragten geben an, ihren Fleischkonsum zu reduzieren, um ihren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. 

Obst und Gemüse als tägliche Begleiter

Vor allem Obst und Gemüse sind als tägliche Begleiter sehr beliebt. 72 Prozent essen täglich Obst und Gemüse – allerdings mehr Frauen als Männer. Hier ist den Befragten vor allem die Regionalität der Produkte wichtig. Allerdings sind es hier eher die Älteren die größeren Wert auf die Regionalität von frischen Produkten, beispielsweise Eier und Fleisch, legen und nicht die Jüngeren. Insgesamt ist die Regionalität der Produkte für sehr viele Befragte (83%) eine geeignete Maßnahme für die Ernährung der immer weiter wachsenden Bevölkerung. Als beste Maßnahme, um diese Herausforderung bewältigen zu können, wird die Reduzierung von Lebensmitteln angesehen. Um Lebensmittel gezielt reduzieren zu können, sollte man beim Einkauf darauf achten, nur das zu kaufen, was man auch wirklich verbraucht. 60 Prozent der Befragten stimmen dem zu. Zudem achten 74 Prozent der Verbraucher beim Einkauf darauf, eine eigene Verpackung mitzubringen oder ein und dieselbe Verpackung mehrmals zu nutzen.

Lebensmittel sind länger genießbar als das MHD vorgibt

Besonders beim MHD sind sich die Befragten einig. Nur weil ein Produkt laut MHD abgelaufen ist, ist es nicht gleich ungenießbar oder schlecht. Lediglich drei Prozent werfen Lebensmittel nach Ablauf des MDH einfach weg. Der Rest der Befragten prüft das Produkt vorher, um den Foodwaste nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Ganze 76 Prozent finden es sehr wichtig, keine Lebensmittel zu verschwenden, besonders wenn es um die Umsetzung einer umwelt- und klimafreundlicheren Ernährung geht. Dass nur drei Prozent die Lebensmittel einfach wegwerfen überrascht ein wenig, denn nur 21 Prozent der Befragten stimmen der Aussage voll und ganz zu, dass die Lebensmittel, die in Deutschland verkauft werden, sicher sind. Zwar sind auch die drei Prozent der Lebensmittelverschwendung immer noch drei Prozent zu viel, aber immerhin scheinen sich nicht all zu viele von der Sicherheit der Produkte beeinflussen zu lassen. Mehr hier.

Geschrieben von

Leonie Kellers

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