Regenerative Landwirtschaft wird häufig mit dem vollständigen Verzicht auf Betriebsmittel gleichgesetzt. In der Praxis geht es jedoch weniger um Verzicht als um Effizienz: den gezielten, sparsamen und umweltschonenden Einsatz von Düngern, Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsprodukten.
Denn ein großer Teil der heute eingesetzten Wirkstoffe erreicht sein Ziel nicht vollständig. Ein Teil wird ausgewaschen, verdunstet oder verteilt sich ungleichmäßig auf der Pflanzenoberfläche. Gleichzeitig steigt der regulatorische und gesellschaftliche Druck, insbesondere den Einsatz von Mikroplastik und schwer abbaubaren Trägersubstanzen zu reduzieren.
Hier kommt das Start-up Verdancy ins Spiel. Das Start-up entwickelt biologisch abbaubare, mikroplastikfreie Microgel-Technologien, die als Trägersystem für Wirkstoffe in Pflanzenschutz- und Pflanzenernährungsprodukten dienen. Die Idee dahinter ist nicht, neue Wirkstoffe zu entwickeln, sondern bestehende Wirkstoffe effizienter und nachhaltiger verfügbar zu machen. Die in den Microgels enthaltenen Substanzen werden gezielt an der Pflanze gehalten und dort kontrolliert freigesetzt. Dadurch können Wirkstoffe zeitlich gesteuert und bedarfsgerecht wirken, statt unkontrolliert im Umfeld verteilt zu werden. Gleichzeitig verbessern spezielle Strukturen in den Formulierungen die Haftung auf der Blattoberfläche, sodass weniger Wirkstoff durch Regen oder Abwasch verloren geht.
Der Effekt ist doppelt relevant für die regenerative Landwirtschaft: Zum einen kann die gleiche agronomische Wirkung mit geringeren Wirkstoffmengen erzielt werden. Zum anderen werden synthetische, nicht abbaubare Polymere durch biologisch abbaubare Alternativen ersetzt, die sich nach ihrer Funktion im Boden wieder zersetzen.
Damit verschiebt sich der Fokus von der reinen Wirkstoffmenge hin zur Frage, wie effizient und zielgerichtet diese Wirkstoffe tatsächlich eingesetzt werden. Landwirtschaft wird dadurch nicht nur ressourcenschonender, sondern auch technologisch präziser.
Verdancy zeigt damit exemplarisch, wie Materialwissenschaft und Agronomie zusammenkommen können, um bestehende Systeme zu verbessern, statt sie komplett zu ersetzen. Gerade in der Übergangsphase hin zu einer regenerativen Landwirtschaft sind solche Technologien entscheidend, um Produktivität und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden.
Wenn dich diese Entwicklungen interessieren, besuche die Ideenfutter Expo in Neuss am 01.10.26. Im Rahmen des Branchentalks „Landwirtschaft ohne Chemie? – Ersatz für Dünger, Pestizide und Co.“ diskutieren Expert:innen über neue Wege der Landwirtschaft. Außerdem stellen dort unter anderem Drought Analytics, DynamoBot, NUNOS und Omnivore Recycling ihre Lösungen vor und zeigen, wie innovative Ansätze bereits heute in der Praxis eingesetzt werden.
Dieser Beitrag wurde im Rahmen des Projekts TransformERN erstellt, denn bei TransformERN sind wir überzeugt davon, dass wir alle viel voneinander lernen können – gerade wenn es darum geht, so komplexe Ziele wir Klimaneutralität zu erreichen. Wir von TransformERN freuen uns, dich gemeinsam mit unseren Partnern Ernährung NRW und Food-Processing Initiative auf dem Weg aktiv dabei zu unterstützen.
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