Lebensmitteln eine zweite Chance geben: LEROMA

Die Vergeudung von Lebensmitteln ist kein neues Problem, es wird jedoch immer dringender. Jährlich wird weltweit etwa ein Drittel aller Lebensmittel verschwendet und die Auswirkungen auf unsere Umwelt machen jeden Tag aufs Neue deutlich, wie wichtig zum Beispiel effizientes Ressourcenmanagement ist. Es werden bereits unterschiedliche Lösungsansätze angeboten, aber um in Zukunft eine echte Veränderung bewirken zu können, müssen wir das Problem im Blick behalten und mit neuen Projekten und innovativen Prozessen immer wieder darauf eingehen.

Auch LEROMA, ein junges Startup aus Düsseldorf, möchte kontinuierlich zur Reduzierung von Verschwendung an Lebensmittelrohstoffen beitragen, denn gerade der Anfang der Wertschöpfungskette, auf dem das Unternehmen agiert, ist ein deutlich sichtbarer Brandherd. Aus diesem Grund hat LEROMA bereits letztes Jahr die Teilnahme an dem interdisziplinären Lowinfood Projekt im Rahmen eines Horizon 2020 Förderprojektes bestätigt.

Das Lowinfood Projekt

Lowinfood bringt 27 Partner aus zwölf Ländern unter der Leitung der Universität Tuscia zusammen. In den nächsten 4,5 Jahren werden alle Teilnehmer prüfen und demonstrieren, wie man mittels bereits existierender Prototypen die Lebensmittelverschwendung reduzieren kann. 
Lowinfood umfasst acht miteinander verbundene Arbeitspakete, von denen sich vier mit der Demonstration von Innovationen zur Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelabfällen entlang der Wertschöpfungskette in ausgewählten Lebensmittelkategorien befassen. Zehn Praxispartner definieren diese innovativen Lösungen, die für das Projekt herangezogen werden. LEROMA hat sich mit der Überschussbörse, welche der Lebensmittelindustrie einen Marktplatz für Rohstoffe und Reststoffe zur Verfügung stellt, als Praxispartner qualifiziert.

LEROMA`s Beitrag zum Lowinfood Projekt

LEROMA wurde innerhalb des Lowinfood Projekts vor allem in die zwei Arbeitspakete eingeteilt, die sich mit den Lebensmittelkategorien Obst und Gemüse sowie Fisch beschäftigen. In den nächsten Jahren soll das Startup demonstrieren, wie der Verlust dieser Rohstoffe mit Hilfe der Überschussbörse reduziert werden kann.

Die Überschussbörse ist ein Serviceangebot an LEROMA`s Kunden, um die Nachhaltigkeit im Handel mit Lebensmittelrohstoffen zu fördern. Dort können Unternehmen ihre Restbestände (z.B. übrig gebliebene Rohstoffe aus Entwicklungsprojekten, Fehlkäufe und Rohwaren kurz vor Ablauf des MHD) ganz einfach auf dem Markt anbieten, anstatt sie zu entsorgen. So funktioniert der B2B-Marktplatz von LEROMA als Börse für große Mengen an Rohwaren, welche an andere Akteure der Lebensmittelindustrie oder alternative Industrie abgeben werden können.

Weitergabe innerhalb der Lebensmittelindustrie:
Zum Beispiel kann ein Schokoladenhersteller 800 Kilo Cranberrys, die er nicht mehr braucht, weil ein Kunde abgesprungen ist, an die Getränkeindustrie verkaufen und ein Pizzahersteller gibt überschüssiges Mehl und Backrohstoffe, die er selbst nicht mehr fristgerecht verarbeiten kann, an einen Konditor weiter. 
Weitergabe an alternative Industrien:
Fischüberschüsse, die zum Beispiel durch Beifang entstehen, können an die Pharmaindustrie verkauft werden, die aus ihnen Fischöl gewinnt oder Karotten werden der Textilindustrie überlassen, welche den Rohstoff in ein Färbemittel für Stoffe umwandelt.

Die Überschussbörse kann aber nicht nur zur Rohstoffweitergabe genutzt werden, sondern auch um Reststoffen eine zweite Chance zu geben:
  • Kaffeeröstereien können Tonnen von Kaffeesatz, die bei der Kaffeezubereitung als Nebenprodukt abfallen, an die Kosmetikindustrie verkaufen, die daraus unter anderem Cellulite-Cremes herstellt. 
  • Restaurants finden mit der Keramikindustrie oder Tierfutterproduzenten einen Abnehmer für Eierschalen, die ansonsten im Müll landen würden. 
  • Supermärkte geben Obst und Gemüse, welches nicht mehr für den Verzehr geeignet ist, an die Farbindustrie weiter.
Diese Liste von Beispielen kann nahezu endlos weitergeführt werden und zeigt, dass LEROMA mit dem B2B-Marktplatz für Überschüsse eine Kreislaufwirtschaft erschafft, in der das Weitergeben von Rohstoffen und Reststoffen zur alltäglichen Praxis wird.

LEROMA freut sich sehr, mit der Überschussbörse an dem interdisziplinären Lowinfood Projekt teilnehmen zu können, welches für das junge Unternehmen einen großartigen Meilenstein darstellt. 

Marina Billinger, die Gründerin von LEROMA, führt verschiedene Vorteile auf, welche die Teilnahme an einem Projekt wie Lowinfood für ein junges Startup mit sich bringt:

Neben der finanziellen Förderung haben wir starke Theorie Partner wie Universitäten und Institute, die uns mit ihrem Fachwissen unterstützen. Zusätzlich können wir auf das gesamte Netzwerk zugreifen, welches das Konsortium mit sich bringt und so vor allem als B2B-Unternehmen schneller großen Firmen vorgestellt werden und gegebenenfalls Kunden dadurch gewinnen.
Interdisziplinäre Projekte sind spannend, da man Zusammenhänge identifiziert und aufbereitet und sich die gewonnenen Erkenntnisse für das eigene Geschäftsmodell zu Nutze machen kann. Startups entwickeln ein besseres Verständnis für den Markt und den Kunden und können mit dem neuen Wissen das eigene Produkt oder Geschäftsmodell verändern und an den Markt anpassen. Außerdem bekommt man unheimlich viel Feedback und Unterstützung von den Projektpartnern.”

LEROMA ist auf der Suche nach Partnern und neuen Projekten.

Wir suchen gegenwärtig nach Partnern für das Lowinfood Projekt in der lebensmittelverarbeitenden Industrie und dem Handel und Versand von frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse sowie Fisch mit Sitz in Deutschland / UK / AT oder NL.

Darüber hinaus haben wir aber auch ein starkes Interesse an weiteren Projekten! Es ist uns wichtig, auch künftig einen aktiven Beitrag zu leisten und eine nachhaltige Wirtschaft zu fördern. Wir würden uns sehr darüber freuen, eine Kooperation mit neuen Partnern einzugehen und sind offen für alle Projekte, die sich mit der Wiederverwendung von Rohstoffen und Reststoffen befassen. 

Wenn sie an einer Zusammenarbeit mit LEROMA zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung interessiert sind, können sie uns gerne kontaktieren. Wir freuen uns sehr über Ihre Nachricht. 

Lassen Sie uns gemeinsam Lebensmitteln eine zweite Chance geben!

Together, we can simplify the future of change!


Bildnachweis: Adobe Stock

Geschrieben von

Helen Bosch

Foodhub NRW

Wir vernetzen Akteure der Agrar- und Lebensmittelbranche vom Feld zum Regal, um gemeinsam zukunftsgerichtete Lösungen für die Branchen zu entwickeln.

Gefördert vom:

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

© 2020 Foodhub NRW